Offener Brief an das Peter-Weiss-Haus und Subraum e.G., die ‚Powwow!‘-Party betreffend; nebst einer Erinnerung

Nachdem wir erst im März den Auftritt von Mackern wie Shacke One, Tiger, Atze Heiko und Co. im PWH, gefüllt mit homophoben, chauvinistischen und frauenfeindlichen Inhalten, scharf krisitisierten und in Form eines Briefes eine Stellungnahme vom Veranstaltungsmanagement forderten (bis heute leider ohne wahrnehmbare Reaktion), steht nun die nächste Veranstaltung an, welche wir nicht unkommentiert stehen lassen wollen.

„Die Welt im Gepäck“.
The White Man’s Burden kann jetzt in Rostock weggetanzt werden

Im PWH wirds ‚wild‘ und ‚edel‘ am 08.06.: Verschiedene Rostocker ‚Stämme‘ werden eigens zu diesem Anlass die postkoloniale Aufarbeitung kolonialer Verbrechen vergessen und sich endlich versöhnlich zeigen mit Schädelvermessung, Völkerschauen, Land- und Grabraub. Wir reden vom sogenannten Powwow im Peter-Weiss-Haus, die der Veranstalter unverblümt rassistisch ankündigte als „traditionelles Fest nordamerikanischer Ureinwohner“, bei dem sich „ein Indianerstamm, oder auch der Stamm mit anderen Stämmen oder Nicht-Indianern“ trifft, die zu den Beats des „Oberhäuptling[s]“ vermeintlich „kulturellen Austausch“ zelebrieren. Für Rostock heißt das vermutlich, dass weiße Mittelstandskids fröhlich berauscht ihren Hedonismus ausleben können. Nichts gegen Hedonismus, aber wozu in diesem Rahmen? Kann der Veranstalter die schon angesprochene Zielgruppe nicht ohne den kolonial-rassistischen Sprech von „Häuptling“, „Stämmen“ und „Indianern“ erreichen? Wie es kommt, dass Wörter wie diese, die eindeutig eine homogenisierende, ethnisierende Fremdbezeichnung für diverse Gesellschaften der Amerikas in kolonialer Tradition darstellen – auch 2018 im als links-alternativ geltenden Peter-Weiss-Haus benutzt werden – ist uns ein Rätsel, auch weil mit SoBi aus dem PWH heraus unter anderem die kolonialen Spuren in Rostock in einem Stadtrundgang sichtbar gemacht werden. Party und Politik lassen sich schwerlich trennen und auch wir feiern im Peter-Weiss-Haus und wollen dies auch zukünftig mit ‚gutem‘ Gewissen tun können. Darum wünschen wir uns, dass jegliche Veranstaltungen im PWH ohne kolonial-kitschige Vermarktung auskommen.

Im Vorfeld dieses Textes haben mehrere Personen versucht, auf direktem Weg und über Kommentare via Facebook mit dem Veranstalter in Kontakt zu treten und über die Party zu diskutieren. Den Personen wurde in einer Art Beißreflex prompt Ethnopluralismus à la Identitäre vorgeworfen. Das spiegelt den häufigen Vorwurf wider, dass jene, die von cultural appropriation (kultureller Aneignung) reden, dagegen wären, dass Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen oder Hintergründen sich begegnen oder kennenlernen. Gegen Austausch und Kennenlernen haben wir nix, aber das ist offensichtlich nicht, was passieren wird. Wenn Menschen das ausufernde Bedürfnis haben, irgendwie ‚indigen zu feiern‘ – was auch schon eine vereinfachende Pauschalisierung ist – dann mögen sie dies doch bitte zuhause machen oder mit Indigenen und es denen überlassen, nicht-Indigenen ihre jeweiligen Kulturen näher zu bringen. In Kanada z.B. werden elektronische Powwows vom DJ Kollektiv A Tribe Called Red (eine first nation band) veranstaltet, die eine deutliche Politik gegenüber weißem Feiervolk mit Federschmuck fahren und aus einer indigenen Perspektive heraus mit ihren Partys antikoloniale Politik machen.(theguardian.com/music/2015/jul/28/electric-powwow-tribe-called-red)

Ein gut überlegter Umgang mit kolonialer Geschichte ist beim Rostocker ‚Powwow‘ wohl nicht zu erwarten. Unter einem kritischen Beitrag bei Facebook antwortete der Veranstalter: „Ich kann eine kultur auch verbreiten, ohne das ein angehöriger dieser zu geben ist.(…)“ (FB / Party: Powwow!) Dem Veranstaltungstext und diesem Kommentar folgend, scheint die Blickrichtung auch nach der Kritik bei Faszination & Staunen zu verharren. Wir stellen keinesfalls die Erwartung, dass sich alle Menschen in linksalternativen Kreisen soweit mit Postkolonialismus auseinandersetzen, dass sie niemals auf den Gedanken kämen, solche Partys zu planen. Schön wärs, wenn wir alle so viel Raum für Reflexion und Auseinandersetzung mit komplexen Themen hätten. Dementsprechend kritisieren wir vor allem den Umgang des Veranstalters mit Kritik, der sich in einem Abwehrreflex erschöpft.

Das Interesse an diversen kulturellen Traditionen können wir verstehen, gute Sache, aber  die Frage nach dem Wie muss scheinbar mal geklärt werden. „Es braucht Räume, um zu erforschen wie ein dekolonialisierter Kontakt, in dem es ein Bewusstsein über historisches Trauma und aktuellen Rassismus gibt, aussehen kann.“ (Filmaktivist*innen der first nations / forgetwinnetou.de/das-projekt/)

Wir erbitten eine öffentliche Stellungnahme des Peter-Weiss-Hauses mit einer Antwort darauf, wie Veranstaltungen künftig mit kritischerem Auge geplant werden. Auch erwarten wir immer noch eine Antwort bzgl. des Auftritts von Shacke One, Atze Heiko und Co. Und ob die ‚Powwow’Party stattfinden wird oder nicht: wir hoffen, dass unsere Kritik gesehen und ernst genommen wird und somit zu einer konstruktiven Reflexion beiträgt.

In kritischer Solidarität mit dem Peter-Weiss-Haus
randale rostock

#Feminismus statt Rassismus! AfD geht (immernoch) nicht!

Montag möchte die AfD wieder ihre rechte Hetze in Rostock verbreiten – diesmal im Stadtteil Lüttenklein. Wir, randale rostock, wollen daher den Spinnern* der AfD erneut ein lautes, feministisches NEIN! entgegen ihrer instrumentalisierenden Propaganda setzen.

Wir laden euch ein, erneut mit uns gemeinsam auf die Straße zu gehen! Wieder in pink/lila/bunt, wieder all gender, wieder entschlossen gegen rechts! Unser Feminismus ist und bleibt antirassistisch!

Treffpunkt dazu ist Montag, 14.5. – 17.45 Uhr an dem S-Bahntunnel Parkstraße. Wir schließen uns dann gemeinsam dem Treffen am Holbeinplatz an.

Wir freuen uns auf euch!

eure randale-crew <3

We don’t want no Herrentag! // Kneipenrandale – all gender // 10.05.

Ihr kennt das?

Ihr geht an einem Donnerstag vor die Tür und die Welt sieht plötzlich aus wie eine Burschenschaft? Überall besoffene Typen, die dich wahlweise „aufwertend“ anbaggern oder abwertend beschimpfen? Ein paar von ihnen haben bereits blaue Augen oder gucken traurig, weil ihr Bollerwagen geklaut wurde?
Dann ist meist Herrentag, Vatertag, Christi Himmelfahrt (irgendwas mit Typen)…

Da bleiben flti*s und auch Cis-Männern, die keine Lust auf Kloppe und rohes Fleisch haben, nur wenige Alternativen. Damit wir also nicht at home bleiben müssen, bietet randale am 10.05. Raum für Aussteiger_innen ohne Macker*attitüde. Wir wollen Filme schauen, soft drinks schlürfen, vegan grillen und mit Leuten rumhängen, die auch keinen Bock auf die (male*)Zombieapokalypse vor der Tür haben.

Also hinein ins Café Median, wenn du dich angesprochen fühlst! Dabei sind wir alle gemeinsam dafür verantwortlich, dass wir uns einen Wohlfühlraum schaffen. Die Randale Crew behält sich dennoch vor, auf Grundlage von Definitionsmacht (yesss!), Macker*verhalten mit Rausschmiss zu sanktionieren. Wer also grölen, grabschen oder auch mensplainen möchte, möge bitte ins Hafenbecken springen und nicht ins Median kommen.

10.05.2018 von 12 Uhr mittags bis wir keine Lust mehr haben –  im Café Median (Niklotstr. 5, Rostock)

# take back the night // hamburg // 30.04.

„In dieser Welt, in der das ‚Normale’ so gewaltvoll und menschenverachtend ist, feiern wir das Perverse, Unnormale und Abweichende. Wir beanspruchen unseren Raum, in dem wir laut und damit sichtbar sind. So kämpfen wir in dieser traditionsreichen Nacht für unsere Sichtbarkeit, Sicherheit und Existenz.

 

 

 

 

Wir wollen nicht nur jede*r den Raum haben unser Leben zu führen, sondern fordern auch in politischen Debatten Raum für unsere Themen ein!“

Ab 19:30 ist Treff an der Flora, wo es auch Essen gibt. Die Demo soll gegen 20:30 losgehen. Die Randale Crew nimmt den Zug um 15:07.
Infos jeglicher Art (auch eine Schlafplatzbörse) findet ihr hier.

Freitag, 13.4. – Mach mit uns Randale! flti*Abend im Median

++Mach mit uns Randale! flti*Abend im Median++

Feminismus in Rostock breittreten- das wollen wir ab sofort mit dir machen! Am 13.4. gibt’s die erste offizielle Kneipenrandale fürs Klönen, Kennenlernen und konspirative Cocktails konsumieren.

Wir haben viele Fragen, die wir in gemütlicher Runde bequatschen wollen. z.B. Wo bringen wir unsern Feminismus im Alltag unter und wie stehen wir dazu, uns Worte die uns beleidigen sollen, bewusst wieder anzueignen? Du siehst, für Gesprächsstoff und einen Entertainmentrahmen ist gesorgt, alles was du machen musst, ist deine Grrrl*Gang einpacken und längskommen.

Hard facts: Freitag, der 13.4., 20:00, Café Median (Niklotstraße 5)

Dress as you like, we don’t judge no one!

Montag, 9.4. – Feminismus statt Rassismus! AfD geht (gar) nicht!

Feminismus statt Rassismus! AfD geht (gar) nicht!

Wir, randale Rostock, rufen auf, sich mit uns an feministischen Gegenprotesten am Montag dem 09.04. gegen den Aufmarsch der AfD und anderen Rassist*innen zu beteiligen. Die Afd versucht erneut einen Aufmarsch in Rostock durchzuführen und ihre antifeministische, rassistische und antisemitische Hetze zu verbreiten. Wir haben uns entschieden, uns dem um 18 Uhr vom Hohlbeinplatz ausgehenden Gegenprotest mit einem pink/lila/buntem Block anzuschließen und darin Raum für Menschen zu bieten, die Bock auf feministischen Gegenprotest haben. Täglich verteidigen wir alle einzeln und/oder gemeinsam feministische Positionen. Am Montag wollen wir sie mit euch zusammen erneut auf die Straße tragen.

Lasst uns den Antifeminist*innen, Rassist*innen und Antisemit*innen lautstark zeigen was wir von Ihnen halten! Füllen wir die Straßen mit feministischen Inhalten!

Treffpunkt: 17:45uhr, S-Bahnhof Parkstraße

Bringt, wenn möglich, pinke/lilane/bunte Kleidung mit. – weitere Informationen auf twitter oder facebook (randalerostock)

Sonntag, 8.4. – Workshop zu kritischen Männlich*keiten: „Respekt für alle Jungs*, die unsere Kämpfe supporten!“

„Respekt für alle Jungs*, die unsere Kämpfe supporten.“ – Workshop zu kritischen Männlich*keiten

Sonntag, 8. April – 13 bis 18 Uhr
Veranstaltet von queer_topia* (queertopia.blogsport.de)

In diesem Workshop wollen wir uns mit dem Thema Männlich*keiten beschäftigen. Was ist eigentlich männlich*keit? Wie kann ich kritisch mit (meinen) Männlich*keiten umgehen? Wie und wann nutze/performe ich sie? Wo schränken mich (meine) Männlich*keiten ein? Der Workshop findet in deutscher Lautsprache (mit Flüsterübersetzung auf Englisch) statt und ist offen für alle Geschlechter. Der Raum ist rauchfrei.

Warum „all gender“?

Weil Männlich*keiten nicht nur von cis-typen performt werden. Uns ist wichtig, dass der Workshop zugänglich für alle Geschlechter ist, da es einerseits wichtig ist selbst zu reflektieren wo und zu welchem Zweck Männlich*keiten an den Tag gelegt werden um in einem patriarchalen Kapitalismus zu überleben, wo sich Raum genommen und wo nicht genommen werden kann. Wer lauter ist, Dominanz zeigen kann, dir Konkurrenzverhalten aufzwingt (auch unabhängig von Geschlechtsidentität oder dessen Ausdruck/Performance). Anderseits aber auch um zu empowern, weil alle Menschen wissen dürfen, wann ein Verhalten dich selbst oder andere in deinem Leben, aufgrund von an-sozialisierten Mustern und Normen, negativ beeinflusst. Es geht um eine Dekonstruktion von Männlich*keit, es geht um Selbstreflexion und darum in einem Safen-Raum einen Austausch zu suchen und gemeinsam Handlungsoptionen zu entwickeln. Falls nun trotzdem Menschen verunsichert sind, oder cis Männer die Angst haben sollten, dass der Raum voll mit Menschen sein wird die nur über sie ablästern – Der Workshop heißt nicht umsonst „Respekt für alle Jungs*, die unsere Kämpfe supporten.“

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English:

„respect for all boys*, who support our fights.“ – workshop about critical masculinities*
8th April 1-6 pm Café Median

During this workshop we will deal with the topic masculinities*. What does masculinities* actually mean? How can I handle (my) masculinities*? How and when do i use/perform them? Where do (my) masculinities* limit myself? The workshop will be in German language (with the option to do wispered translation in english) and is open to all gender. The room is smokefree.

Presented by queer_topia* (queertopia.blogsport.de).

Duration: 5 hours